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Koordinator
Jens Schippl

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Analyse sozio-technischer Systeme

Um die Wechselwirkungen und Schnittstellen zwischen gesellschaftlichen Nachfragelagen und technischen Entwicklungen greifbar zu machen, wird oft von sozio-technischen Systemen gesprochen. Bereits im Antrag zur Helmholtz-Allianz ENERGY-TRANS steht an prominenter Stelle im Summary: “Generally, infrastructures are socio-technical systems.” Dieser Begriff macht deutlich, dass es bei der Umsetzung der Energiewende um mehr geht, als um das reine Ersetzen alter Technologien durch neue. Es ist aber keinesfalls eindeutig, wie genau das Energiesystem, als sozio-technisches System, aussieht und was darin alles transformiert werden soll. Systeme bestehen aus Elementen und aus den Beziehungen zwischen diesen Elementen. Sie haben Grenzen und teilen die Welt zunächst ein in Bereiche, die zum System gehören, und in Bereiche, die nicht zum System gehören. Systeme haben keine „natürlichen“ Grenzen; sie sind immer Konstruktionen die auf einen bestimmten Zweck hin gebildet werden. Weiter lässt sich hinsichtlich der Detailschärfe, in der die Elemente innerhalb des Systems dargestellt bzw. analysiert werden, differenzieren. Auch diese „Granularität“ kann je nach Intention des Betrachters, der Forschungsfrage oder des disziplinärem Hintergrunds stark variieren. Oft werden nur bestimmte Bereiche oder Ebenen in einem System genauer betrachtet.

 

Gerade in einem interdisziplinären Konsortium besteht die Herausforderung, dass verschiedene Systembegriffe implizit Projekte prägen, was zu Inkonsistenzen bei den methodischen Ansätzen führen und einer schlüssigen Integration von Ergebnissen entgegen wirken kann. Das integrative Schlüsselthema „Analyse sozio-technischer Systeme“ will die genannten Fragestellungen weiter entwickeln und zu deren Lösung beitragen. Im Rahmen des Schlüsselthemas soll der Begriff sozio-technisches System für die Allianz besser operationalisierbar gemacht werdenSmart Grid. Foto: KIT, gleichzeitig soll eine Basis für die Entwicklung eines Referenzsystems bzw. eines analytischen Rahmens entstehen. So sollen ein „Lernprozess“ innerhalb der Allianz unterstützt, Inkonsistenzen und blinde Flecken aufgedeckt, neue Perspektiven ermöglicht und die Integration der Ergebnisse der verschiedenen Allianzprojekte verbessert werden.