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Akteurskoordination im Transformationsprozess

Akteurskoordination im Transformationsprozess
Ansprechpartner:

Sandra Wassermann, Projektleiterin

Projektgruppe:

Sandra Wassermann, Matthias Reeg, , Dr. Uwe Pfenning, Dr. Marc Deissenroth

Partner:

ZIRIUS, Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung an der Universität Stuttgart

Institut für Technische Thermodynamik – Systemanalyse und Technikbewertung, DLR

 

Das Projekt untersucht das Zusammenspiel von intermediären Akteuren, Organisationen und Institutionen im Zuge des Transformationsprozesses des Energiesystems. So wird einerseits analysiert, wie verschiedene Akteure den Veränderungsprozess organisieren und fördern oder auch behindern. Gleichzeitig wird untersucht, wie einzelne Akteure und Akteursnetzwerke auf neue regulative Rahmenbedingungen und Institutionen reagieren und ihr Verhalten anpassen. Mit Hilfe des Projektes sollen neue Einsichten darüber gewonnen werden, welche spezifische Relevanz intermediäre Akteure, neue soziale Bewegungen, NGOs und neue Unternehmen für die Akzeptanz und für den Erfolg von Innovations- und Transformationsprozessen haben. Darüber hinaus soll neues Wissen über die Beziehung und Wechselwirkung zwischen regulativem Rahmen und Akteursstrategien einerseits sowie dem Verhältnis zwischen innerorganisationalem Wandel und dem Transformationsprozess des Energiesystems andererseits, erarbeitet werden.

Dabei wird in Teilprojekt 1 insbesondere die Rolle neuer Akteure im Innovationsprozess, der eng mit der Transformation des Energiesektors verknüpft ist, wie z.B. soziale Bewegungen, Nichtregierungsorganisationen oder auch neue Unternehmen, in den Blick genommen. Der Fokus liegt hier u.a. auf der Frage, wie die aktive Unterstützung, die Akzeptanz und der Gebrauch einer neuen Technologie, den Innovations- und Transformationsprozess beschleunigen können. Ebenso wird untersucht, wie die Akteure versuchen, den regulativen Rahmen mitzugestalten, um die von ihnen verfolgten Projekte und präferierten Technologien auch politisch-institutionell zu stärken. Im Hinblick auf Akteurskonstellationen und situative Faktoren, die die Transformation des Energiesystems unterstützen können, verweist die einschlägige Literatur der Policy-Forschung auf die Rolle sogenannter “advocacy coalitions“ und ihre besondere Bedeutung bei der Initialisierung eines institutionellen oder kulturellen Wandels. Teilprojekt 1 wird daher analysieren, inwiefern die erfolgreiche Diffusion neuer Technologien davon abhängt, neue Unterstützerkoalitionen zu formen, insbesondere vor dem Hintergrund mächtiger, etablierter Akteure.

Teilprojekt 2 wird untersuchen, wie verschiedene und neue regulative Mechanismen (z.B. zur Marktintegration der Erneuerbaren Energien, zur Investition in Speichertechnologien oder zum Netzausbau) die Ziele, Strategien und Optionen der Akteure beeinflussen. Um das Verhalten und die Interaktionen der Akteure zu untersuchen, wird ein agentenbasiertes Simulationsmodell entwickelt. Bestehende agentenbasierte Simulationsmodelle mit Fokus auf den Energiesektor untersuchen v.a. Markt- und Börsenmechanismen (z.B. inwiefern ein wachsender Anteil Erneuerbarer Energien im Strommix den Strompreis beeinflusst). Dagegen besteht bei der Analyse von Innovations- und Transformationsprozessen noch erheblicher Forschungsbedarf.

Teilprojekt 3 erforscht, inwiefern der Transformationsprozess auch zu innerorganisationalem Wandel führt. Es untersucht die Entstehung neuer organisationaler Regeln und Routinen, den Umgang mit neuen Herausforderungen und die Herausbildung neuer Firmen-Kunden Beziehungen. Die Analysen werden insbesondere für Akteure der Wohnungswirtschaft und Energieversorger durchgeführt. Denn aufgrund neuer regulativer Rahmen (z.B. EnEV, Energieausweis) und den Herausforderungen, insbesondere Mieter beim Energiesparen zu unterstützen, sehen sich diese Organisationen im Zuge der Energiewende vor ganz neuen Aufgaben. Es wird untersucht, inwiefern unterschiedliche Organisationen und Organisationstypen jeweils auf diese Herausforderungen reagieren und unterschiedliche Strategien und Routinen entwickeln, um damit umzugehen.