Determinanten energierelevanter Entscheidungen und energierelevanten Verhaltens in Haushalten

  • Ansprechpartner:

    Prof. Ellen Matthies, Projektleiterin

  • Projektgruppe:

    Prof. Ellen Matthies, Martin Achtnicht, Oliver Arnold, Sophia Becker, Prof. Florian Kaiser, Ingo Kastner,  Alexandra Kibbe, Dr. Birgit Mack, , Malte Nachreiner, Dr. Klaus Rennings, Jessica Schröter, Karolin Tampe-Mai, Roland Kube, Prof. Andreas Löschel

  • Partner:

    Institut für Psychologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

    ZIRIUS, Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung an der Universität Stuttgart

    Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement, ZEW

    Lehrstuhl für Mikroökonomik, insb. Energie- und Ressourcenökonomik, WWU Münster

Die Frage nach den Bedingungen, welche die Energienachfrage in privaten Haushalten beeinflussen, wird im Projekt „Determinanten energierelevanter Entscheidungen und energierelevanten Verhaltens in Haushalten“ mit der Perspektive der Identifikation von Ansatzpunkten für Steuerungsinstrumente gestellt. Auch wenn Einkommen und Haushaltsgröße in den meisten Studien als statistisch relevante Determinanten des Energiekonsums identifiziert wurden, sind diese „Treiber“ des Konsums als Ansatzpunkte für Maßnahmen gesellschaftspolitisch nicht geeignet. Es erscheint daher zwingend, nach weiteren Determinanten und insbesondere auch nach möglichen Moderatoren – also Bedingungen, unter denen Einkommen und Haushaltsgröße nicht zu einem erhöhten Konsum führen – zu fragen. Bisherige Studien belegen die hohe Variabilität im Energiekonsum von Haushalten und führen diese  auf substantielle Unterschiede im Nutzerverhalten zurück (OECD, 2009, S. 107f).
Mit Blick auf Ansatzpunkte für Maßnahmen untersuchen wir in einer Reihe von Teilprojekten, unter welchen Bedingungen Haushalte in energetische Sanierung oder energieeffiziente Technologie investieren und ein Produkt oder einen Service effizienter nutzen (Bedingungen von Rebound Effekten), oder sich sogar im Nutzungsverhalten beschränken (Bedingungen von Nutzungsverhalten). Berücksichtigt werden in den Teilprojekten als situative Moderatoren vor allem jüngste Veränderungen im Energiesystem, insbesondere interaktive Rückmeldesysteme bzw. Smart Meter (Unterstützung bei Suffizienz), energieeffiziente PkWs (Investitionsentscheidungen und Rebound), sowie veränderte Kontexte für energetische Sanierung (z.B. durch neue Förderinstrumente). Als interne, motivationale Moderatoren werden eine intrinsische Umweltschutzneigung und Selbsteffizienzerwartungen eingehender betrachtet. Mit Blick auf die hohe öffentliche Aufmerksamkeit auf Strompreiserhöhungen und die dadurch gegebene potenzielle Belastung von allen Haushalten wird in einem Teilprojekt das Potenzial für Stromeinsparungen in unterschiedlichen Haushaltstypen erfasst und systematisch untersucht, unter welchen Bedingungen motivierte Haushalte Ihren Energiekonsum optimieren können. Im Text zitierte Literatur:
OECD: Energy supply per capita. In OECD Factbook 2008: Economic, Environmental and Social Statistics. OECD Publishing, (2009). http://dx.doi.org/10.1787/factbook-2008-34-en

 

Liste Projekt-relevanter Texte

Achtnicht, M.; Madlener, R.:  Factors influencing German house owners' preferences on energy retrofits. Energy Policy 68 (2014), pp. 254-263.
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0301421514000111
DOI: 10.1016/j.enpol.2014.01.006

*Kastner, I.; Matthies, E.: Implementing web-based interventions to promote energy efficient behavior at organizations - a multi-level challenge. Journal of Cleaner Production 62:1 (2014), pp. 89-97.
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S095965261300348X
DOI: 10.1016/j.jclepro.2013.05.030

*Klöckner, C.A.; Sopha, B.M.; Matthies, E.; Bjørnstad, E.: Energy efficiency in Norwegian households - identifying motivators and barriers with a focus group approach. International Journal of Environment and Sustainable Development 12 (2013), pp. 396-415.
http://www.environmental-expert.com/articles/energy-efficiency-in-norwegian-households-identifying-motivators-and-barriers-with-a-focus-group-app-393024

Matthies, E.; Wallis, H.: Family socialization and sustainable consumption. In: L. Reisch & J. Thøgersen (eds.), Handbook of Research on Sustainable Consumption, (in press). Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing
https://www.zu.de/info-wAssets/forschung/dokumente/2014-05-reisch-handbook-on-consumption.pdf


Otto, S.; Kaiser, F. G.; Arnold, O.: The critical challenge of climate change for psychology: Preventing rebound and promoting more individual irrationality. European Psychologist 19 (2014), pp. 96-106.
http://psycnet.apa.org/journals/epp/19/2/96/
doi: 10.1027/1016-9040/a000182