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Governance der Transformation des Energieversorgungssystems

Governance der Transformation des Energieversorgungssystems
Ansprechpartner:

Prof. Miranda Schreurs, Projektleiterin

Projektgruppe:

Prof. Miranda Schreurs, Dr. Dörte Ohlhorst, Dr. Kerstin Tews; Dr. Pia-Johanna Schweizer, Dr. Sibyl D. Steuwer

Partner:

Forschungsstelle für Umweltpolitik, FU Berlin

ZIRIUS, Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung an der Universität Stuttgart

Herausforderungen der Transformation des Energieversorgungssystems mit einem sozialwissenschaftlichem Blickwinkel:
Untersucht wird die Rolle von Akteuren und ihren Motivationen, von Strukturen und politischen Instrumenten, von Prozessen und Strategien. Eine besondere Rolle spielt die Forschung zur Rolle von Pionieren (Staaten, Regionen) und Vorreitern in der nachhaltigen Energiepolitik.
Energiewende unter hohem Zeitdruck und mit vielen Unsicherheiten:
Es gibt keinen Masterplan für die Energiewende und keine genaue Vorstellung davon, wie der Zielzustand aussehen soll. Bei der Steuerung der Prozesse besteht daher ein Spannungsfeld zwischen vielen Unsicherheiten sowie der Notwendigkeit, sich schrittweise dem Ziel zu nähern und der Tatsache, dass Energieinfrastrukturen für einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten gebaut werden.

In diesem Zusammenhang spielen folgende Teilaspekte eine zentrale Rolle, die wir in Kooperation mit Allianzpartnern näher betrachten wollen:

Internationale Kooperation/ best practice:
Wir wollen auch einen Blick über die Landesgrenzen Deutschlands hinaus werfen. Im Hinblick auf den Ausbau der Offshore-Windenergie stellt sich die Frage, wie künftig der Netzausbau auf See zwischen den verschiedenen Küstenländern koordiniert werden soll. Darüber hinaus bestehen Wissenslücken darüber, welche Politiken und Strategien in den Nachbarländern dazu beitragen, den Anteil der erneuerbaren Energien in der Stromversorgung zu erhöhen und die Stromnetze entsprechend zu optimieren. Insbesondere im Hinblick auf Netze und Speicher sind dabei Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz zu berücksichtigen. Der Blick in die Nachbarländer soll zeigen, ob hier vorbildhafte Vorgehensweisen identifiziert und ob diese auf Deutschland übertragen werden können.
Energiepolitik auf mehreren politischen Ebenen:
Regionen und Städte sind Schlüsselakteure der Energiewende, wenn diese nicht nur in zentralisierter Weise, sondern auch dezentral angegangen werden soll. Bereits über 70 Regionen Deutschlands mit sehr verschiedenen Voraussetzungen befinden sich auf dem Weg, „100%-Erneuerbare-Energien-Regionen“ zu werden. Auf regionaler Ebene besteht oft eine hohe Motivation der Menschen, dieses Ziel gemeinsam zu erreichen. Hier stellt sich die Frage, wie dieser Prozess von übergeordneter Ebene unterstützt und koordiniert werden kann. Dabei sollte die regionale Flexibilität erhalten bleiben. Zugleich ist zu gewährleisten, dass die regionalen Prozesse mit dem nationalen Transformationsprozess kompatibel sind.
Energieeffizienz:
Neben einem höheren Anteil erneuerbarer Energien in der Energieversorgung ist der sparsame Umgang mit Energie ein wichtiges Ziel. Wenn es darum geht, Strategien für Energieeffizienz und Stromeinsparungen zu entwickeln, spielen die Verteilnetze und deren Betreiber eine wichtige Rolle. Es gibt über 800 Verteilnetzbetreiber in DeutschlandFoto: KIT. Service-Leistungen zur Erhöhung der Energieeffizienz sind aber noch selten. Es stellt sich die Frage nach den geeigneten Politikinstrumenten, um die Stromnachfrage dem Angebot aus erneuerbaren Energien anzupassen, und nach den Schlüsselakteuren.