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Die Rolle der führenden deutschen Energieversorger in der Transformation des deutschen Energiesystems (Arbeitstitel)
Doktorand/in: Gregor Kungl
Betreuer: Prof. Dr. Ulrich Dolata
Starttermin: April 2012

Kurzdarstellung

Im Zuge der „Energiewende“ gerät das deutsche Energiesystem zunehmend unter Veränderungsdruck. Die beteiligten Akteure müssen sich mit staatlichen Regularien sowie einer sensibilisierten Wahrnehmung seitens der Öffentlichkeit auseinandersetzen, während gleichzeitig neue Akteure in das System eintreten. Die dadurch entstehenden Dynamiken stellen eine Bedrohung für bestehende Machtverhältnisse und institutionalisierte Handlungsstrukturen dar. Hiervon sind insbesondere die etablierten Akteure des Energiesystems betroffen.

Diese Arbeit will der Frage nachgehen, wie sich die vier großen deutschen Elektrizitätsversorgungsunternehmen (E.ON AG, RWE AG, EnBW AG sowie Vattenfall Europe) in einem im Wandel begriffenen System positionieren. Mit welchen Strategien versuchen sie ihre führende Stellung zu verteidigen und welche Auswirkungen haben diese Aktivitäten auf den Verlauf der „Energiewende“? Wie reagieren sie auf politische Regularien? Inwieweit passen sie ihre organisationale Struktur an die neuen Erfordernisse an? Kommt es zu Veränderungen in den Interaktions-/Kooperationsbeziehungen zu den anderen Akteuren des Feldes? Wurden innovative Maßnahmen ergriffen?

Um diese Fragen zu beantworten, ist zunächst eine rekonstruierende Untersuchung der Aktivitäten der „Big-4“ anhand einer Dokumentenanalyse vorgesehen. Zusätzlich sind Experteninterviews mit zentralen Akteuren des Energiesystems und externen Fachleuten geplant. Dabei hat die Studie drei analytische Schwerpunkte: (1) Mit Focus auf den einzelnen korporativen Akteuren: Die Konsistenz der Strategien im Zeitverlauf, Phasen von Neuausrichtungen und Veränderungen der Taktiken sowie Reaktionen auf Veränderungen in der Umwelt. (2) Die korporativen Akteure vergleichend: Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Strategien. (3) Den wechselseitigen Einfluss der Strategien aufeinander beleuchtend: Analyse von Aktion-Reaktions-Mustern.

Die Ergebnisse werden abschließend zusammengeführt um ein plastisches Bild der organisationalen Entwicklung der Unternehmen im Verlauf des Umbauprozesses zu zeichnen.