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Elektrizitätsnetze in einem nachhaltigen Energiesystem: Implikationen für die Steuerung (Arbeitstitel)
Doktorand/in: Klaas Korte
Betreuer/in: Prof. Dr. Erik Gawel
Starttermin: Mai 2012

Kurzdarstellung

Der deutsche Strommarkt war bislang geprägt durch eine zentrale und verbrauchsnahe sowie wenig volatile Erzeugung. Auf diese Erzeugungsstruktur ist auch das bestehende deutsche Elektrizitätsnetz ausgerichtet. Dieser Umstand schafft eine Pfadabhängigkeit, die die Transformation des Energiesektors hin zu einem nachhaltigen Versorgungssystem auf Basis erneuerbarer Energien bedeutend erschwert. Die Ziele der Energiewende, ein Wandel der Erzeugungsstruktur sowie eine angestrebte Nachfrageminderung, werden daher eine Anpassung der Infrastruktur an das neue Strommarktdesign erfordern, die mit einer signifikanten Umgestaltung des Stromnetzes einhergehen muss. Wie die Netzstruktur selbst ist aber auch die Steuerung des Netzsektors historisch gewachsen auf das Arrangement einer zentralen und konstanten Stromerzeugung ausgerichtet und es stellt sich die Frage, ob die bestehenden Institutionen zur Steuerung auch noch für die mit den neuen Zielstellungen einhergehenden Herausforderungen geeignet sind.

Die Arbeit soll aus ökonomischer Perspektive untersuchen, welche Rolle und Gestalt das Stromnetz in einem nachhaltigen Energiesystem einnehmen und wie der institutionelle Rahmen der Steuerung zur Erreichung dieses Zustandes aussehen muss. Die grundlegende Frage ist dabei, wie Trade-offs im Netzbereich (kosteneffiziente verbrauchsferne Erzeugung vs. geringer Netzausbau, Erzeugungswettbewerb vs. geringe Netzkosten, usw.) derart gesteuert werden können, dass eine nachhaltige Energieversorgung gewährleistet werden kann. Dazu werden mithilfe der ökonomischen Analyse des Rechts und Methoden der Neuen Institutionenökonomik das bestehende institutionelle Arrangement sowie mögliche Alternativen untersucht. Anhand der erzielten Ergebnisse sollen dann kontextbezogene Leitlinien für eine nachhaltige Steuerung des Stromnetzsektors entwickelt und Handlungsempfehlungen für den deutschen Kontext abgeleitet werden.